Freitag, 23. August 2019

Deutschland - Innovations-Europameister

bac-booz_and_co-logoDeutschland bleibt trotz Weltwirtschaftskrise Innovations-Europameister. Innovationen sind weiterhin zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie / Ausgaben für Forschung und Entwicklung wachsen in Deutschland um 9% / Weltweiter Anstieg liegt nur bei 5,7% / F&E-Ausgaben in der Automobilbranche stagnieren / Toyota, Nokia und Roche verfügen über die größten F&E-Budgets.

Deutsche Unternehmen setzen auch in Krisenzeiten auf Forschung und Entwicklung (F&E). Mit einer Steigerung der Ausgaben um 9% liegen sie 2008 deutlich über dem globalen Durchschnitt von 5,7%. Mit insgesamt 28,5 Mrd. Euro positioniert sich Deutschland erneut als der führende Forschungsstandort in Europa und steht für 7,9% der weltweiten F&E-Investitionen von 362 Mrd. Euro. Das sind die Ergebnisse der aktuellen "Global Innovation 1.000"-Studie der internationalen Strategieberatung Booz & Company.

Diese analysiert die F&E-Budgets und -Strategien der 1.000 Unternehmen mit den weltweit höchsten Ausgaben in diesem Segment. Im Jahr 2008 sind 49 deutsche Firmen (im Vorjahr 45) in diesem Ranking vertreten. Davon befinden sich vier unter den Top 30: Siemens (15), Volkswagen (17), Daimler (26) und BMW (28).

Trotz schwerer Gewinneinbrüche: Manager setzen weiter auf Innovationen Trotz der in 2008 einsetzenden Weltwirtschaftskrise stärken die Unternehmen weiter ihre Forschung und Entwicklung. Das überraschende Studienergebnis: Obwohl 65% der weltweiten Top-1.000-Innovatoren in der schwersten Rezession seit 1929 deutliche Umsatzrückgänge verbuchen und 32% sogar Verluste schreiben, erhöhten mehr als zwei Drittel ihre F&E-Ausgaben im vergangenen Jahr. 90% der befragten Manager bewerten Innovation als wesentlichen Erfolgsfaktor für den erhofften Aufschwung. Die globalen Top 20, die 26% des gesamten „Global Innovation 1.000"-Budgets auf sich vereinen, beziffern ihre Gewinneinbußen auf 35%. Dennoch steigerte diese Innovationselite ihre F&E-Etats auch im Krisenjahr 2008 um weitere 3,2% (im Vorjahr 7,6%). Zu Kürzungen in diesem Bereich kommt es nur bei etwas mehr als einem Viertel der Befragten. Stefan Eikelmann, Sprecher der deutschen Geschäftsführung von Booz & Company, liefert dafür folgende Erklärung: „Im globalen Wettbewerb nimmt die Bedeutung von Innovationen zur Erhaltung der künftigen Wettbewerbsfähigkeit zu. Konsequenterweise wird daher in der Krise nicht zuerst der Rotstift bei F&E angesetzt. Außerdem sind Produktentwicklung und Innovationszyklen in vielen Branchen wie etwa Pharma auf mehrere Jahre angelegt, so dass sie konjunkturelle ‚Dürreperioden' überdauern."

Die Booz & Company-Studie zeigt allerdings auch: Jeder zweite Entscheidungsträger definiert seine Auswahlkriterien für die Bewilligung von F&E-Projekten bedeutend strikter. Vier von zehn legen ein erhöhtes Risikobewusstsein in Bezug auf Forschungsinvestitionen an den Tag und sind früher bereit, Projekte mit unzureichender Performance einzustellen.

Sieben von zehn Unternehmen orientieren sich mit ihren F&E-Ausgaben stärker an veränderten, preissensitiveren Kundenbedürfnissen.

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Auf das Siegertreppchen der „Global Innovation 1000" schaffen es auch diesmal wieder Toyota, Nokia und Roche. Die Plätze vier bis zehn gehen an Microsoft, General Motors, Pfizer, Johnson & Johnson, Ford, Novartis und Sanofi-Aventis. In der globalen Innovationselite sind mit Siemens (15), Volkswagen (17), Daimler (26), BMW (28), Bayer (32), SAP (54), Continental (57), BASF (60), Merck (72), Porsche (92) und ThyssenKrupp (95) elf deutsche Unternehmen vertreten. „Die meisten deutschen Unternehmen haben in der Rezession nicht am falschen Ende gespart und konsequent an ihren Innovationsprogrammen festgehalten. Aktuell sehen wir vielerorts wieder eine deutliche Zunahme der F&E-Budgets. Gute Voraussetzungen also, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen", so das Fazit von Stefan Eikelmann.

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