Montag, 26. August 2019

1. Swiss-Lean-Award

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Mit dem SWISS Lean Award, der am 5. Mai zum ersten Mal verliehen wird, will KMU SWISS zusammen mit Partnern produzierende Unternehmen auszeichnen, die schlanke Prozesse leben und umsetzen. Teilnehmende Unternehmen werden einer Analyse unterzogen, mit welcher Stärken und Schwächen erkannt und dadurch Verbesserungspotentiale aufgezeigt werden können. Die Staufen AG, als Sponsor der KMU SWISS AG, ist eine international erfolgreich tätige Unternehmensberatung, welche sich auf Lean Management und Turnaround Management spezialisiert hat.

Detail-Infos unter www.swiss-lean-award.ch

Lean Management ist ein Begriff, den heute fast jeder kennt, aber nur wenige verstehen. Was die Methode wirklich bringen kann, ist in vielen KMU-Betrieben noch zu wenig bekannt. Dieser Artikel klärt auf.

Mit den Fachausdrücken wird in fast jeder KMU-Geschäftsleitung jongliert. Von Lean Management und Lean Production ist die Rede. Man diskutiert über schlanke Prozesse, Verschwendung, KVP oder «Just-in-Time». Doch was verbirgt sich eigentlich hinter der eigenwilligen Terminologie? Lean ist Englisch und heisst «schlank». Wann ist ein Prozess schlank, warum soll er das sein und was bringt es? Diese Fragen brennen unter den Nägeln unzähliger KMU, die mit dem Gedanken spielen, auf Lean zu setzen.

Reduktion der Durchlaufzeit

Die Durchlaufzeit wirkt sich auf Umsatz und Gewinn aus
Ihr Beweggrund ist meistens derselbe. Die Unternehmen sind auf eine hohe Produktivität und Top-Qualität getrimmt. In der Erfolgsrechnung zählen Umsatz, Ertrag und Rendite. Diese Kennzahlen wollen sie dank Lean verbessern. Doch hier gibt es bereits eine wichtige Erkenntnis. Die Lean-Methode verfolgt einen anderen Ansatz. In «schlanken Unternehmen» ist eine andere Grösse vordergründig, nämlich die Durchlaufzeit (DLZ). Sie ist die Summe aus «Bearbeitungszeit» und «Übergangszeit». In der Bearbeitungszeit wird Wert erzeugt, die Übergangszeit beschreibt nicht-wertschöpfende Tätigkeiten wie Lagerung oder Transport. In einem maximal schlanken Prozess entspricht die Durchlaufzeit der Bearbeitungszeit, alle nicht-wertschöpfenden Tätigkeiten wurden also eliminiert. In der Praxis gelingt dies natürlich nie. Ein schlankes Unternehmen zeichnet sich aber dadurch aus, dass es permanent nach diesem Ideal strebt.

Wenn die DLZ minimal ist, bewegen sich alle anderen relevanten Kennzahlen automatisch in eine positive Richtung. Kurze DLZ steigern die Reaktionsfähigkeit, reduzieren Risiken, bringen Transparenz und damit eine höhere Qualität, bewirken Termintreue und vereinfachen den Planungs- und Steuerungsaufwand erheblich. Alles Faktoren, die zur Kostenreduktion, Kundenzufriedenheit und damit zur Umsatz- und Gewinnsteigerung beitragen.

Verschwendung reduzieren als dauerhafter Prozess
Ein anderer wichtiger Faktor für die erfolgreiche Anwendung von Lean Management ist die richtige Definition von «Wert». Diesen definiert nicht – wie in traditionellen Firmen – jede Abteilung für sich selbst, sondern ausschliesslich der Kunde. Er bezahlt schliesslich und sagt deshalb, was ihm sein Geld wert ist. Alle Prozesse im Unternehmen, die dem Kunden keinen «Wert» bringen, werden folglich automatisch als «Verschwendung» bezeichnet. Verschwendungen sind teuer. Logisch: Der Kunde bezahlt nicht dafür, sondern nur das Unternehmen selbst.

Klassische Verschwendungs-Prozesse sind: Lagerung von Überbeständen, Führungsprobleme, die zu Nacharbeit führen, ungeeignete Prozesse in der Produktion, Transport, unnötige Bewegung wegen falsch eingerichteter Arbeitsplätze oder Wartezeiten. Das Ziel muss daher lauten: Verschwendung rasch identifizieren und möglichst eliminieren. Die dabei frei werdenden Ressourcen können zur erhöhten Wertschöpfung genutzt werden, Lean bedeutet also nicht, schneller und mehr zu arbeiten, sondern das «Richtige» zu tun.

Die vier Merkmale eines «schlanken Prozesses»
Die totale Verschwendungsfreiheit ist utopisch - das permanente Streben danach jedoch unabdingbar. Man spricht dabei von einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP). Zahlreiche KMU haben bereits bewiesen: Eine Verbesserung der Effizienz um 20 Prozent und mehr ist absolut möglich. «Just-in-Time» kommt dem angestrebten Ideal nahe und ist in der Lean-Welt die Bezeichnung für eine wichtige Zielsetzung. Sie bedeutet, dass das richtige Produkt in der richtigen zur richtigen Zeit am richtigen Ort zur Verfügung gestellt wird.

«Just-in-Time» gelingt nur, wenn bedingungslos Verschwendungen reduziert werden. Die Automobilindustrie – allen voran Toyota – ist diesbezüglich am weitesten fortgeschritten. Toyota hat das berühmte «Toyota Production System» geprägt. Dieses beinhaltet die vier wesentlichen Merkmale schlanker Prozesse, nämlich Störungsfreiheit, Fluss, Rhythmus und Sog.

Verbesserungs- und Problemlösungskompetenz der Mitarbeiter fördern
Aber auch für KMU ist Lean Management eine sehr geeignete Methode. Um die Methode erfolgreich umzusetzen, braucht es eine hohe Management-Kompetenz. Viele Führungskräfte sind heute kaum mehr an der operativen Front anzutreffen, sitzen stattdessen permanent in ihrem Büro oder an Sitzungen. Dadurch verlieren sie den Bezug zur Realität. Am schlimmsten ist, dass viele Führungskräfte kaum mehr Zeit finden, sich um ihre Mitarbeiter zu kümmern.

In der Lean-Welt ist das eine verhängnisvolle Unterlassungssünde. In «schlanken Unternehmen» darf Arbeit nicht einfach an Untergebene «verteilt» werden. Stattdessen muss die Führungskraft unterstützen und die Problemlösungs- und Verbesserungskompetenz der direkt unterstellten Mitarbeitenden aktiv fördern. Das bedeutet konkret, dass Verbesserungen immer unter Anleitung eines Trainers (oder Mentors) auf der tiefst möglichen Führungsstufe stattfinden sollten. Die Führungskraft übernimmt dabei die Rolle des Mentors, der durch gezielte Fragen seinen Untergebenen dazu bringt, das Problem in einer strukturierter Art und Weise erfolgreich zu lösen. Shopfloor Management ist ein moderner Begriff für diese Zusammenarbeit zwischen Führungskraft und Angestellten.

von David Moser, Co-Geschäftsleiter und Partner der Staufen AG Schweiz, Seuzach, www.staufen.ag
KMU Swiss Lead Broschüre (239.2 kB)
Swiss Lean Award Modell (205.11 kB)

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