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Donnerstag, 25. April 2019
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128166699 - Karosserie eines Elektroautos mit Blick auf den Akku © Patrick P. Palej

Die deutschen Automobilmanager haben LEAN nicht mal im Ansatz verstanden!

Dieselkrise, Rückrufaktionen, Betrug am Kunden oder die Preispolitik – die Liste könnte man beliebig fortsetzen. Kundenorientierung heißt das Schlüsselwort, um als Unternehmen verschwendungsfrei agieren zu können, Produkte die nicht nachgefragt werden, falsche Versprechungen oder Qualitätsprobleme mit Rückrufaktionen sind alles vermeidbare Verschwendungen, die der Industrie Millionen kosten und die letztlich wieder vom Kunden bezahlt werden müssen.

Die größte Unverfrorenheit von vielen Manager ist es jedoch, den Kunden zu benutzen, um eigenes Versagen zu kaschieren. „Der Kunde will keine Elektromobilität“, „Der Kunde will hochgezüchtete SUVs fahren“, “Dem Kunden reicht die Reichweite nicht“ oder wie kürzlich der VW-Aufsichtsrat Pötsch „Volkswagens elektrische Kleinwagen werden deutlich teurer sein als die konventionellen Modelle“. Es werde sich die Frage stellen, ob sich Menschen/Kunden mit niedrigem Einkommen noch ein eigenes Auto leisten können, sagte Pötsch.

Man sollte sich mal die Frage stellen, ob heute fast jeder Jugendliche weltweit ein Smartphon in der Tasche hätte, wenn am 9. Januar 2007 auf der Macworld Conference & Expo in San Francisco Steve Jobs verkündet hätte „Er stelle sich die Frage, ob man sich künftig noch ein Mobiltelefon leisten könne, denn der technisch mögliche Funktionsumfang ist für niedrige Einkommen nicht mehr zu bezahlen.

Interessant ist auch, dass es offenbar einen Kundenwillen gab Smartphones zu kaufen, ohne dass dieser von den Kunden formuliert werden konnte, d.h. Apple hat ihren Kunden damals ein Angebot eines neuartigen Produktes unterbreitet und der Kunde hat das Angebot dankbar angenommen. Das Angebot war im Übrigen ein fertiges, verwendbares Smartphone. Was macht die deutsche Automobilindustrie? Sie verweist auf immens große Entwicklungsbudgets, Schwierigkeiten bei der Ladeinfrastruktur und auf den nicht vorhanden Käuferwillen. Was erwarten denn die Automobilmanager? Soll der Kunde am besten schon ein nicht vorhandenes Produkt, ohne zu wissen was es kann, mit einer entsprechenden Anzahlung bestellen? Hier macht sich der Vertrauensverlust der Automobilindustrie doch unmittelbar bemerkbar, wer glaubt denn noch VW, wenn für ein Fahrzeug, welches erst in Laufe des Jahres auf den Markt kommen wird, eine Reichweite von z.B. 400 km angegeben wird, wenn man nur an die „vertrauenswürdigen“ Aussagen über die Spritverbräuche denkt?

Es ist wohl dringend notwendig, sich in den Chefetagen der Automobilkonzerne über die Thematik Kundenorientierung und Kundennutzen Gedanken zu machen und sehr ernsthaft und differenziert zu ermitteln, was die Kundenwünsche wirklich sind und welche verfügbaren Angebote diesen Wünschen heute gegenüberstehen.

Lean bietet ja einen mittlerweile sehr umfangreichen Werkzeugkasten an, so dass - nur der Vollständigkeit halber - auf die Möglichkeiten der systematischen Kundenorientierung durch die Quality Function Deploymentmethode hingewiesen werden soll.
Bleibt zu wünschen, dass das kundenorientierte Angebot der Autokonzerne so interessant wird, dass die Kunden ähnlich wie bei den Smartphones zugreifen und den Zusatznutzen für sich, die Umwelt und letztlich auch für die deutsche Mobilitätsindustrie erkennen.

Karl Heinz Döppler
Herausgeber LEANmagazin

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