Donnerstag, 20. September 2018

Six-Sigma-Training für Studierende


Als zusätzliche Weiterbildung konnten Studierende aus dem Studiengang BWL-Industrie der Dualen Hochschule Heidenheim ein besonderes Training zur Optimierung von Unternehmensabläufen absolvieren.

Die Six-Sigma-Methode wurde in den 80er Jahren bei Motorola entwickelt und wird mittlerweile in vielen Unternehmen eingesetzt. Ziel ist die möglichst fehlerfreie Gestaltung von Geschäftsprozessen, um die Qualität nachhaltig zu steigern und eine möglichst hohe Kundenzufriedenheit zu erreichen. Im Rahmen einer strukturierten Vorgehensweise werden mit Hilfe von statistischen Methoden Fehler im Prozess systematisch ausgeschaltet. Daher kommt auch der Name „Six-Sigma". Sigma steht für die statistische Variable der Standardabweichung, die die Streuung einer bestimmten Variable um deren Mittelwert beschreibt. Je höher die Streuung, desto ungenauer ist das Ergebnis und desto mehr Fehler entstehen, wenn nämlich das Ergebnis des Prozesses aus Sicht des Kunden zu stark von seiner Erwartung abweicht. Wünschenswert ist daher bei allen Unternehmensprozessen eine möglichst geringe Standardabweichung. Der so genannte „Sigma-Wert" ist eine aus der Prozessleistung errechnete Kennzahl, mit welcher die Fehlerwahrscheinlichkeit eines Prozesses gemessen werden kann. Das Ziel „6 Sigma" entspricht nur rund 3 Fehlern auf 1 Million Produkte – Weltklasse.

„Die Methode wird bisher eher in größeren Unternehmen eingesetzt", erklärt Prof. Dr. Rüdiger Przybilla, Dozent im Studiengang BWLIndustrie. Przybilla ist Six-Sigma-Experte und hat mehrjährige Erfahrung in der industriellen Anwendung und hat die Methode beispielsweise bei ratiopharm eingeführt. „Unternehmen können erhebliche Kosten sparen bzw. ihre Qualität steigern", weiß Przybilla. In einem 6-tägigen freiwilligen Training erwarben die Studierenden die Zusatzqualifikation, die von den ausbildenden Partnerunternehmen gerne nachgefragt wird. Am Beispiel eines Katapults wurde ein Prozess simuliert, in dem die Treffsicherheit der einzelnen Schüsse optimiert werden sollte. So mussten die Studierenden in drei Gruppen immer wieder ein Katapult abfeuern, das ein Ziel in zwei bis vier Metern Entfernung treffen sollte. Die Ergebnisse waren allerdings Schwankungen ausgesetzt, ähnlich wie auch in vielen Produktionsprozessen. Nach Messung einer Ergebnisserie ging es darum, die Einflussgrößen für die Fehler systematisch heraus zu finden und zu analysieren. Hierzu wurden statistische Werkzeuge verwendet. Im Ergebnis konnten Verbesserungsvorschläge eingeführt, die zu einer höheren Trefferquote führten. Im Unternehmen würde bei Problemen in der Ergebnisqualität stattdessen häufig nur mit der Versuch-Irrtum-Methode gearbeitet, so Przybilla. Dies könne bei sehr komplexen Prozessen mit vielen möglichen Fehlerquellen aber das Suchen nach der Nadel im Heuhaufen sein. Mit Hilfe einer strukturierten Vorgehensweise und der prozessorientierten Sichtweise könne man aber sicher die kritischen Einflussgrößen herausfinden und verbessern. 

Die Studierenden waren auf jeden Fall begeistert von dem Angebot. „Wir haben sehr viele Praxisbeispiele aus Unternehmen kennen gelernt und können das Gelernte direkt in unsere Ausbildungsunternehmen einbringen", so Sarina Guther, die auch Mitorganisatorin der Veranstaltung war. „Im nächsten Jahr werden wir daher das Six-Sigma-Training für Studierende voraussichtlich wieder anbieten", so Przybilla.

 

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