
„Lean" steht in der Produktion für „einfach machen". Die auf dem Toyota- Produktionssystem basierende Management-Philosophie setzt darauf, dass alle Mitarbeiter in den Prozess der kontinuierlichen Verbesserung einbezogen werden. Dies erfordert, dass alle Beteiligten die Lean-Werkzeuge beherrschen. Immer mehr Trainings werden in einer Lehrfabrik statt in Seminarräumen durchgeführt. Methodik erlernen Menschen am besten durch direktes Umsetzen.
Bereits 2005 gründete die Leonardo Group, zusammen mit Partnern aus Industrie und Forschung, die erste Lehrfabrik als Trainingscenter in Stuttgart unter dem Namen Lean Factory. In Deutschland kamen Standorte in Langenfeld und Landshut dazu. Weitere Lean Factory Trainingscenter gibt es in der Schweiz, Ungarn, England und USA.
„Das Konzept der Lean Factory ist hilfreich für alle, die am Produktionsprozess beteiligt sind" betont Oliver Ballhausen, Geschäftsführer der Leonardo Group GmbH. „Unsere Seminarangebote an den unterschiedlichen Standorten der Lean Factory werden sowohl von Werkern, Führungskräften als auch von Managern genutzt."
Die Filialen dieser Lernfabrik präsentieren alle notwendigen Instrumente in Bezug auf Hardware, IT und Dienstleistungen rund um das Thema Lean. Halbtägige Roadshows bieten Führungskräften die Möglichkeit, sich einen Überblick über die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten des Lean-Trainingszentrums zu verschaffen. „Alle großen Unternehmen beschäftigen sich mit Lean-Prinzipien" betont Oliver Ballhausen. Null Verschwendung und volle Konzentration auf die Wertschöpfung stünden dabei im Vordergrund. „Die benötigten Werkzeuge, aktiv im Produktionsprozess eingesetzt, sind in der Lean Factory zu sehen." Themenbezogene Workshops mit erfahrenen Trainern oder speziell auf Unternehmen zugeschnittene Seminare seien möglich. Der Schwerpunkt liege auf praxisnaher Wissensvermittlung und umsetzungsorientierter Vorgehensweise. In kleinen Gruppen arbeiten laut Ballhausen die Workshop-Teilnehmer aktiv und konstruktiv mit und setzen theoretisches Wissen direkt in die Praxis um.
Auf den Roadshows der Lean Factory haben Besucher Gelegenheit, einen Produktionsprozess für Boden-Roller zu beobachten. An einer U-Linie montieren Mitarbeiter bis zu zwölf Varianten. Partner der Lean Factory erklären die Vorteile moderner Lean-Hilfsmittel. Zum Beispiel stellt Joachim Gerlach, Geschäftsführer der Fa. Orgatex Frank Levin GmbH & Co.KG, Kennzeichnungssysteme vor, die für Transparenz im Produktionsprozess sorgen. Der Trend geht zu flexiblen Montage-Linien auf Rollen, die nach Bedarf jederzeit umgebaut werden können. Wolfgang Meier, Handelsmittler der Robert Bosch GmbH erklärt, wie prozess-sicheres Verschrauben funktioniert. Ebenso werden Kanban- und Logistikprozesse unter Einsatz von RFID-Technik und spezieller Software erklärt. Knapp 300 Teilnehmer durchlaufen das dreitägige Roadshow-Programm, das jeweils einen halben Tag dauert. Mehr als 20.000 Teilnehmer wurden bisher in den Lean Factory Trainingscentern geschult. In einer permanenten Fachausstellung präsentieren die Partner der Lean Factory hilfreiche Produkte zur Gestaltung von verschwendungsfreien Prozessen.
Weitere Infos: www.lean-factory.com
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